Degustation Juni 2008 Drucken

Hier sind sie, die "Opfer" für die Verkostung ...

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im Juni.

Wie bereits erwähnt, hatte ich mich - nach langem Zögern und Überlegen - entschieden, gleich (fast) alle meine "Neuentdeckungen" in diese Verkostung einzubringen. Und daher hatten wir also ein ausgedehntes Programm vor uns.

Familie Jöckel hatte alles für das Raclette prima vorbereitet und "Spitzenkäse" und feine "Kartöffelchen" bereitgestellt  (und spendiert!) - nur ich hing mit meinen Arbeiten (wie immer) etwas hinterher, so dass es diesmal nicht mal "Verkostungsnotizblätter" gab. Aber es sollte ja sowieso eher ein "Sommerfestle" als eine "Intensiv-Verkostung" sein - gemütlich, entspannt, genüßlich, ...

Gegen 17:30h machten wir uns an die "Arbeit". Zuerst kam der 2007er Pfälzer Chardonnay an die Reihe (es waren keine Einsprüche gegen die von mir geplante Weinfolge gemacht worden). Lt. dem was ich in Erfahrung gebracht hatte, fruchtig, spritzig, 12,0%Vol., mit 11,8g/l Restzucker (also "offiziell" nicht trocken - Grenze = 9,0 g/l -  aber rein geschmacklich eher in der trockenen Richtung anzusiedeln).

Ein sehr guter Start! In der Nase schöne Mirabelle, Aprikosen und süße Äpfel - ein "Aprikosenhain im Frühling" - herrlich. Am Gaumen dann wieder die Früchte, nicht mehr trocken aber auch noch nicht lieblich. Bestimmt ein guter Begleiter zu Fisch, mit leichter Säure, ein hervorragender Weißwein.

Es folgte der zweite Pfälzer - ein Silvaner 2007 - leichter Kabinettwein, halbtrocken mit 14g/l Restsüße - Zitat des Winzers: "Sollte man einem Laien, der Wein nicht kennt, erklären: Was ist Wein? Dann sollte man diesen Wein einschenken", mit einem Alkoholgehalt von 11,0%Vol.

Ein ursprünglicher Wein, lieblich, fruchtig. In der Nase milde Aprikose, am Gaumen ganz klar süße, weiße Trauben, Dessertwein, lecker - aber Vorsicht, "läuft gut". Es wurde allerdings auch bezweifelt, ob das wirklich der richtige Wein sei um einem Laien "Wein" zu erklären - trotz des deutlichen Traubengeschmacks. Manchem war er dann doch einen Tick zu lieblich.

Nun wurde langsam das Raclette erwärmt und wir öffneten den Sauvignon Blanc 2007 (wieder Pfalz) - ebenfalls ein halbtrockener Vertreter seiner Rasse, 12,5%Vol., mit Anklängen von Stachelbeeren.

Im Geruch intensiv Pfirsich - aber eher in Richtung der "Pfirsichringe" eines bekannten Gummibärenherstellers. Am Gaumen dann spritzig, trockener als sein Vorgänger, keine "Pfirsichringe" mehr! Aber grüne Früchte, grüne Paprika - einmal quer durch den sommerlichen Obstgarten: Apfel, rote Johannisbeeren, Stachelbeere, Mirabelle, ... - wirklich ausgezeichnet!

Das Raclette lief schon zu Bestform auf - dank unseres "Mâitre de Raclette" und wir machten uns an den ersten "Einheimischen" - einen Dietlinger Klepberg Müller Thurgau 2005 - nicht ganz so trocken, 11,0%Vol., mit milder Säure, leicht, elegant.

Leider korkte hier die erste Flasche die wir öffneten und musste "umwegslos" entsorgt werden - die Nächste war dann aber in Ordnung. Und zwar sehr in Ordnung. Ein "anpassungsfähiger" Wein und ein guter Begleiter zum Essen. Frisch, fruchtig und leicht zu trinken. An der Nase feine Düfte nach Orangenblüten und Äpfeln. Im Geschmack dann etwas süß und dem einen oder anderem fehlte etwas Komplexität. Zu unserem Raclette war er aber (m.E.) perfekt.

Dem Raclette wurde jetzt schon ausgiebig zugesprochen und ich konnte sogar noch rechtzeitg das eine oder andere Glas mit den Beilagen bereitstellen - dann mussten sich die Gäste selbst versorgen. Und ohne tatkräftige Unterstützung der Jöckels hätt' ich nicht mal die Champions geputzt gekriegt - nochmals Vielen Dank!

Noch zum Essen kam der zweite Wein aus der Heimat an die Reihe, ein Dietlinger Klepberg Rivaner 2006 - trocken, 11,5%Vol., mit milder Säure, jugendlich leicht, frisch.

Trockener als sein Vorgänger wurde er sehr positiv aufgenommen und harmonierte gut zum Käse. Im Geschmack etwas - aber nicht unangenehm - säuerlich, mit leichten Bittermandelaromen. Daneben die typischen Weißweinaromen nach Apfel und Pfirsich. Vielleicht ist es dieser Wein um einem Laien "Wein" zu erklären? Es wurden auch Parallelen zu meinem "Anares" (Spanien, weiß) entdeckt "irgendwie erdig, holzig".

Ebenfalls noch zum Essen (beim Raclette kann man sich so schön lange "verlustieren") öffneten wir den ersten Rosé des Tages. Wieder ein Pfälzer, ein Portugieser Weißherbst 2007 - mit 22g/l Restzucker ein eher doch lieblicher Wein, 11,2%Vol Alkoholgehalt, fruchtig, mit Erbeeraromen und viel Schmelz.

Von sanfter rötlicher Färbung brachte er feine Himbeer- und Erdbeer-Aromen in die Nasen. Auch im "einfachen" Geschmack wieder diese Früchte, noch mit etwas Zitrone dabei. Manchem war er eine Spur zu süßlich. Spritzig - gut gekühlt bestimmt fantastisch zum grillen. Zitat eines Mitverkosters: "Ganz leicht und immer trinkbar und dabei trotzdem füllig. Der letze Satz hört sich komisch an, ist aber so".

Inzwischen war auch schon der zweite Käse etwas dezimiert worden (übrigends ein "Seeländer", deftig, kräftig - der erste war ein "Ur-Schrüter", etwas milder mit Walnussaroma) und wir nahmen uns den zweiter Pfälzer Rosé vor - einen Schwarzriesling 2007 - trocken, Kabinett, 12,0%Vol., fruchtig, frisch.

Von schöner Lachsfarbe, im Geruch eine sprudelnde Felsquelle, mineralisch. Trockener als und nicht so "extrem" fruchtig wie sein Vorgänger, aber ein genauso typischer deutscher Rosé. Auch hier wieder die Beeren und ein Hauch Zitrusfrucht. Ein sehr guter Wein, mit mehr Volumen und Komplexität als sein Vorgänger!

Zum "Guten Schluß" kam der (wieder heimatliche) 2006er Ellmendinger Keulebuckel Schwarzriesling Rosé zum Einsatz - feinherb, mit 12,0%Vol., schwach säurebetont, jugendlich  leicht, fruchtig

Für die einen "zu trocken" - für die anderen schon fast ein Rotwein!

Der Wein mit "dem höchsten Wiedererkennungswert" dieses Abends. Sehr rund, sehr fruchtig, mit einem, für einen Rosé, ungewöhnlich langen Abgang, "dominant süße Herzkirschen - dieser schöne, runde Geschmack mischt sich auf der Zunge mit einer leicht bitteren trockenen Holzigkeit. Dieser Widerspruch macht den Wein aber nicht unrund sondern verleiht ihm Charakter. Nochmals sehr gut" - hier habe ich (wie auch des öfteren schon oben und in meinen anderen Berichten) wieder einfach einige Verkostungskommentare meiner Gäste wortwörtlich verwendet! Besonders schön finde ich auch folgende Notiz: "... beeriges ("bäriges") Aroma, super ausgeglichen..." - da muss ich doch wirklich nichts mehr hinzufügen.

So, die Arbeit war bravourös geleistet und wir konnten uns endlich dem Vergnügen hingeben. Wie immer galt es, die eine oder andere liegengebliebene Köstlichkeit zu vernaschen, den einen oder anderen Wein nochmal zu prüfen oder aber auch die Erinnerung an den einen oder anderen Whisky aufzufrischen. Auch wurde ausprobiert, ob der sich eine oder andere Zigarillo mit diesem oder jenem Whisky verträgt und es ergaben sich wieder ebenso nette wie interessante Gespräche - nicht nur von Käse, Wein und Whisky.

Und wie immer kann ich mich bei meinen Gästen nur herzlich bedanken - es war wieder einfach phantastisch!