Degustation April 2008 Drucken

Hier endlich die Weißweine für die ...

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April-Verkostung. Nachfolgend kurz die Reihenfolge in der wir die Verkostung durchführten:

Verdejo-Viura - von Felix Solis
Anares - von Bodegas Olarra
Grao Vasco Branco - abgefüllt von Vinicola do Vale do Dão, Viseu
Grüner Veltliner - vom Weingut Johann (musste sein!) Topf
Welschriesling - von Weinbau Hugl
und
Chardonnay Classic - vom Wiener Weingut Wieninger 

Wir begannen, wie schon so häufig, mit dem ersten Wein. Spaß beiseite, wir fingen mit dem Verdejo Viura von Felix Solis an (Sie wissen schon die vier Brüder, die so ziemlich alles abfüllen - siehe auch "Degustation Februar 2008"). Er gefiel allen Verkostern sehr gut!
Ein leichter "Frühstückswein" zum "draußen trinken". Mit 12%Vol., viel frischer Fruchtigkeit (Kapstachelbeeren, Gras, Kräuter) und wenig Säure breitete er sich leicht im ganzen Mund aus.
Ein idealer Begleiter zu Gemüse, der aber sicher auch mit Fisch und Meeresfrüchten harmoniert.
Manche Leute trinken ja gern Sekt zum Frühstück - für den der keinen Sekt mag wäre dieser Wein hier, aufgrund seiner Leichtigkeit, eine Alternative.

Der darauf folgende Anares zeigte sich dann etwas schwerer.
In der Nase verriet er so gut wie garnichts! Aber am Gaumen dann - eine Vielfalt der Aromen, schwer diese präzise zu formulieren.
Trocken, vollmundig, ausgeglichen, anfangs leichtes Holz, irgendwie erdig, mineralisch, dann ins Fruchtige übergehend, mit spürbarer, aber angenehmer Säure und am Ende ein langer Abgang, der das gesamte Aromenspektrum dieses Weines noch einmal zurückbringt.
Ein guter "Kamerad" zu "Würzigem" (Hähnchen Provencal, Chinesisch - aber nicht süß-sauer!)

Dann war der "Portugiese" an der Reihe - der Grao Vasco Branco.
Der Name (ohne "Branco") und das Etikett sollen an den portugiesische Künstler erinnern, der in Viseu (in der Region Dao im mittleren/nördlichen Portugal) eine Malerschule gründete und der Stadt eine gewisse Bekanntheit als "Stadt der Maler" einbrachte - im 16.,17. und 18. Jahrhundert.
In der Nase feine Düfte nach reifen Früchten und Blüten (Jasmin). Auch am Gaumen leicht, fruchtig, mit Zitrusnoten, sehr variantenreich, mit lebendiger Säure.
Und mit einem schönen, fruchtigen Abgang - einfach gut.
Verständlich, dass er zu den beliebtesten Weinen Portugals zählt. Man muss nur aufpassen, dass man, ob seiner Leichtigkeit, seine doch "kräftigen" 13,5%Vol. nicht übersieht!

Nach der Pause und Brotzeit, kehrten wir den entfernteren Südländern den Rücken zu und widmeten uns unseren nächsten südlichen Nachbarn, den Österreichern.

Es ging los mit einem Grünen Veltliner des Weinguts Johann Topf in Straß (im Straßertal, Kamptal, Niederösterreich).
Einer der Verkoster war von diesem Wein garnicht angetan, er mag aber sowieso keinen Grünen Veltliner. Aber ein Anderer, der eigentlich den Veltliner auch nicht so sehr mag, war hin und weg (auf der entsprechenden Verkostungsnotiz fand ich das zusammengefasst als "Goil !!!" - sagt doch alles, oder?).
Natürlich war dieser Wein etwas ganz anderes als die vorangegangenen Iberer - aber die meisten Tester waren sich einig, dass es sich um einen prickelnden, saftigen, fruchtigen, spritzigen, süffigen, runden, auch von der Säure her angenehmen, leichten, trockenen und auch gut für Schorle geeigneten Wein handelt. In den "offiziellen" Beschreibungen wird der Duft des Weines u.a. als "frisch, animierend" wiedergegeben - wir fanden (also natürlich nur fast) alle, dass das, aufgrund seiner Lebendigkeit, für den ganzen Wein zutrifft.

Beim jetzt geöffneten Welschriesling gefiel die schöne Flasche allen - der Wein nicht!
Der "unkomplizierte Trinkwein" vom Weingut Hugl (Österreich, Weinviertel, 10km vor der tschechischen Grenze) trennte die Gemüter.
Von "runder, sehr fruchtiger, ausgewogener Wein" über "gut, trocken, rund" und "trocken, bitter" bis zu "geht garnet - sauer macht net lustig" reichte die Meinungsvielfalt.
Persönlich tendiere ich zu der folgenden Verkostungsnotiz (wirklich nicht meine, aber ich schließe mich gerne an) - Zitat:
"...Die Beschreibung hat es mir angetan. Wobei 'unkompliziert' nicht für 'einfach' oder 'wenig Geschmack' steht, sondern einfach für süffig und rund. Ich konnte mir diesen Wein gut als österreichischen Heurigenwein vorstellen, den man am Besten abends, in geselliger Runde, auf einem Weingut mit Blick in die Weinberge genießt."

Und auch der abschließende "Chardonnay Classic" des Wiener Weinguts Wiesinger konnte uns nicht wieder einigen.
Von edler blass-grünlich-gelber Farbe gefiel er dem Auge und mit schönen, fülligen Gerüchen schmeichelte er sich in die Nase. Zitrusaromen und reife Früchte - der "Geruchskönig" des Abends.
Doch am Gaumen schied er die Geister (bzw. die Geschmäcker). Auch hier kam wieder ein "bitter" - aber auch ein "hervorragend"! Oder "...schmeckt wie Sekt/Prosecco ohne Kohlensäure" - aber auch "idealer Essensbegleiter"! Was soll man denn davon halten? Vielleicht einfach, dass alles und insbesondere auch Wein, "Gschmacksach" ist! Persönlich (ja ja, schon wieder ...) kann ich nur sagen, dass ich diesen Wein mag - mir kam er fruchtig-trocken vor und ich meinte auch etwas Holz zu schmecken. Die Säure war angenehm und der Wein an sich schön ausgewogen.

So, die "Arbeit" war getan und wir konnten uns entspannt an eine erste Aufarbeitung der Verkostung machen. Trotz eifriger Diskussionen blieben die Geschmacksunterschiede bestehen. Was mir nur recht ist, schließlich will ich nicht nur einen Wein verkaufen.
Und es hat so auch jeder "seinen Sommerwein" gefunden - zumindest bis zu nächsten Verkostung im Juni "Weiß- und/oder Rosé-Weine".
Der Nachmittag und Abend in dieser Runde hat mir wieder sehr behagt (bis jetzt sind auch von den anderen Mitstreitern keine größeren Klagen gekommen), und die Gespräche und das "Aufarbeiten"der Reste in der "Nachverkostung" waren einfach wieder "nur gut"!

Vielen Dank an meine Gäste!